Anzünden

aus dem schlauen Buch, dem Pfadfinder-Buch zum mitgestalten


Feuerzeug oder Streichhölzer

Der Gebrauch von Streichhölzern ist bestimmt jedem geläufig; bei wiedrigen Umständen haben sich Sturmstreichhölzer bewährt. Eigentlich sollte ein Pfadfinder nur ein einziges Streichholz benötigen, um ein Feuer zu entzünden. Besser noch: Keines! Deshalb:

Magnesium

Magnesium ist erhältlich in Form von Blöcken oder Stangen, von denen mit einer Messerklinge vorsichtig feine Spänchen abgeschabt und auf Zunder plaziert werden. Dann streicht man mit einer Klinge am Magnesiumstab längst und entzündet so mit einem Funkenregen die Späne. Oft reicht es auch, den Funkenregen allein zu nützen. Zunderpilz, Rohrkolben etc. lassen sich leicht entzünden, ebenso feine Späne von Maya Sticks oder Kien (was fast dasselbe ist)

Sonnenlicht

Dazu braucht man außer Sonne noch eine Linse. Es genügt eine Linse aus einer Lupe oder eine Lupe als solche, im Falle einer echten Survivalsituation einfach im Hinterkopf haben, dass auch Ferngläser und andere, optische Geräte geeignete Linsen enthalten. Manche Brillen erfüllen ebenfalls diesen Zweck. Die Anwendung ist denkbar einfach: Man bereitet ein Zundernest vor, besonders geeignet ist zusammengedrückter Rohrkolben, ein trockenes Vogelnest, Eierkarton, trockene Blätter. Etwas Reisig bereitlegen oder vorher ein Feuer aufbauen, das zuunterst aus Reisig, dann kleinen Ästchen, schließlich fingerdicken Ästen besteht und darüber hinaus und eben einen "Eingang" und eine kleine Höhle im Inneren hat. Dies gilt sinngemäß übrigens für fast jede Art, Feuer zu machen. Die Linse hält man so in der Hand, dass das Licht der Sonne durchscheint, dann verändert man den Abstand zum Zunder soweit, dass der - nun sehr helle und möglichst kleine - Lichtpunkt mitten auf den Zunder fällt. Sehr schnell steigt ein feiner Rauchfaden auf, und bald hat sich ein wenig Glut gebildet. Vorsichtig pusten (schräg von vorne, gleichmäßig, nicht zu stark), bis eine Flamme aufzüngelt. Dann schnell das Zundernest in das vorbereitete Feuer schieben, eventuell noch einmal vorsichtig pusten, wenn die Flamme ausgeht.

Feuer bohren
Feuer schlagen

Zum Feuerschlagen braucht man einen Feuerstein. Diese findet man im Norden Deutschlands einfach im Boden. Der Stein erscheint etwas glasähnlich und bricht muschelig mit scharfen Kanten auseinander. Mit einem Hammer kann man ihn gut zerteilen. Natürlich geht auch ein zweiter Stein. Man kann sogar kleine Klingen oder so etwas daraus machen. Geeigneter Zunder ist hier der Zunderschwamm oder verkohlte Baumwolle. Rohrkolben ist ebenfalls geeignet. Auf die Herstellung von Zunder werde ich an anderer Stelle noch genauer eingehen, so mir niemand zuvorkommt. Ebenfalls benötigt wird ein Feuerschläger aus Eisen, der meist nur wenige Gramm wiegt. Ein zweiter Stein erfüllt diesen Zweck nicht. An eine scharfe Kante des Steines wird Zunder angelegt. Die feinen Häärchen des Zunderschwammes eignen sich am Besten. Mit dem Feuerschläger schlägt man nun schnell, nicht fest, an die Kante des Feuersteines. Am Anfang braucht es etwas Übung, später geht das fast von alleine. Es springen kleine Fünkchen fort. Einige davon springen in den Zunder. Sobald das geschieht und sich ein winziges Glutpünktchen gebildet hat gaaanz sanft pusten. Der Glutfleck wird größer, und unter vorsichtigem Pusten lässt die Glut sich auf ein Zundernest übertgragen. Vorsichtig weiterpusten, bis eine Flamme sichtbar wird. Dann wie bei der Sonnenlicht-Methode weitermachen.

'Persönliche Werkzeuge