Kompass

aus dem schlauen Buch, dem Pfadfinder-Buch zum mitgestalten

Ein Kompass in der einfachsten Ausführung macht nicht viel außer anzuzeigen wo Norden ist. Das ist zwar schon einmal nicht schlecht, aber es geht noch deutlich besser: Ein vernünftiger Kompass erlaubt es den Winkel zwischen einer bestimmten Richtung und Norden zu messen (Peilen), und ebenso den Winkel zwischen zwei beliebigen Linien (etwa auf der Karte) zu bestimmen. Mit diesen beiden Methoden können wir , wie später noch erklärt wird, so ziemlich alles was wir inder Orientierung machen wollen auch durchführen.

Ein guter Kompass besteht aus einer Kompassdose in der die Nadel in einer Flüssigkeit gedämpft aufgehängt ist. Diese Dose muß gegen den Kompass selber verdrehbar sein und der Winkel zwischen Dose und Kompass ablesbar sein. Die Einteilung ist üblicherweise 360°, aber es gibt auch Kompanden mit 400er Einteilung. Das war mal eine vereinfachung für die Deppen in der Armee und gehört in den Müll. Die Unterseite der Kompassdose sollte durchsichtig sein und optimalerweise Linien parallel zur Nord-Südrichtung der Dose haben, sowie eine Markierung die es erlaubt beim verdrehen der Dose schnell zu sehen ob deren Nord-Südrichtung mit der Nadel übereinstimmt. Üblicherweise sind das kleine markierungen zwischen denen die Kompassnadel zum liegen kommt. Schlußendlich braucht ein Kompass noch eine Visiereinrichtung mit der es möglich ist gleichzeitig ein Merkmal genau anzupeilen und den Kompass zu bedienen und abzulesen. Meistens ist das ein über oder unter dem Kompass ausklappbarer Spiegel. Natürlich gibt es eine ganze Menge verschiedener Kompasstypen, daher gilt das hier nicht in allen Fällen. Aber die Grundprinzipien sind immer dieselben, der Rest steht dann in der Anleitung eures Kompasses.

Obwohl es auch andere Kompasstypen gibt werden wir es normalerweise mit einem magnetkompass zu tun haben, was eine Reihe von einschränkungen bedeutet: Erstens richtet sich die Nadel nicht nach dem tatsächlichen Nordpol aus, sondern nach dem magnetischen. Dieser liegt ein wenig vom tatsächlichen entfernt, schon alleine deshalb ist ein Magnetkompass in Polnähe unbrauchbar. Außerdem folgt das Magnetfeld leider nicht immer der Nord-Südrichtung sondern weist gewisse abweichungen auf (die Deklination). Diese ist an manchen Stellen der Erde relativ groß (bis zu 30°), in Mitteleuropa beträgt sie Allerdings nur bis zu 5°, was an genauigkeit für unsere Zwecke vollkommen ausreicht. Die Linien des Magnetfeldes sind ausserdem auch nicht immer parallel zur Erdoberfläche. manche Kompasse können damit besser umgehen als andere (dies ist z.B. in Australien wichtig), aber spätestens in Polnähe (wo die feldlinien ja senkrecht zur Erdoberfläche stehen) versagen sie auch. Fazit: in Mitteleuropa kommen wir mit unserem Kompass gut zurecht, wenn es in fernere Länder geht muß man sich vorher schlau machen. Schlußendlich hat die Tatsache dass wir mit magnetischen Kompassen hantieren noch eine weitere Konsequenz, unabhängig davon woa uf der Welt wir uns befinden: Metallobjekte (Autos, Züge, Messer) und elektrische geräte (Stromleitungen, Motoren) stören die Magnetfelder, daher müssen wir uns beim arbeiten mit dem Kompass von solchen Dingen fernhalten. Echte Magente können einen Kompass auch dauerhaft verstellen, also sollten diese nicht nahe an einem Kompass gelagert werden. Dies betrifft auch andere Kompasse, Lautsprecher usw. Übrigens kann man solche Störenden gegenstände hervorragend mit dem Kompass selber finden! In diesem Zusammenhang noch ein Wort zur Genauigkeit: auch wenn es mit dem einen oder anderen Kompass möglich ist auf das Grad genau zu Peilen, soll man sich keinen Illusionen hingeben: durch Mißweisung, Meßfehler und die Genauigkeit bei der Kartenarbeit können wir in unserem Anwendungsfall mit einer Ungenauigkeit von etwa 5° rechnen, was in der Praxis aber auch noch kein Problem darstellt.

Eine der Aufgaben mit dem Kompass ist das Peilen. Dabei wird bei den meisten Kompassen der anzupeilende Punkte über eine Art Kimme und Korn ins Visier genommen und gleichzeitig der Kompass über einen Spiegel beobachtet. Dann wird die Kompassdose solange gedreht bis deren Nord-Südrichtung mit der Nadel übereinstimmt (markierungen auf dem Dosenboden). Nun kann der Kompass heruntergenommen und sogar verdreht werden, die ursprüngliche Peilrichtung ist jetzt der Winkel zwischen der Kompassdose und dem Kompassgehäuse und kann an der entsprechenden Skala bequem abgelesen werden. Achtung: wird der Kompass nicht waagrecht gehalten kann die Nadel festhängen und so falsche Ergebnisse entstehen.

Um die gepeilte Richtung nun in die Karte zu übertragen dreht amn die Kompassdose auf den entsprechenden Wert (bzw lässt sie nach dem Peilen einfach da), und legt den Kompass auf die Karte. Die Kompassdose richtet ihr nun nach der Nord-Südrichtung der Karte aus. Dies könnt ihr entweder mit den parallelen Linien der Kompassdose und dem Gitter der Karte machen, oder wenn die Karte eingenordet ist indem ihr den Kompass solange dreht bis dei Kompassdose wieder mit der Nadel übereinstimmt. Der Kompass selber zeigt nun auf der Karte in die gepeilte Richtung und ihr könnt mittels der Seite des Kompasses (häufig eine art Lineal) eine Linie ziehen.

natürlich geht das auch umgekehrt: den Kompass auf die Karte legen und die Dose nach der Nord-Südrichtung der Karte ausrichten, und dann den Kompass relativ zur Kompassdose drehen bis er auf der Karte in die richtige Richtung zeigt. Nun könnt ihr den Kompass nehmen und solange drehen bis die Dose mit der Nadel übereinstimmt, und schon zeigt der Kompass selber in die gewünschte Marschrichtung. Dann könnt ihr euch mittels der Peileinrichtung einen Punkt in dieser Richtung suchen den ihr nicht so leicht aus den Augen verliert und der möglichst weit weg ist, und einfach auf diesen zugehen.

Das klappt aber nicht mehr, wenn dazwischen der Wegpunkt unsichtbar wird (anderer Berg davor, Wald dazwischen). Dann braucht Ihr die Marschzahl. Da kommen dann wieder die "Deppen" von der Armee ins Spiel. Ob Euer Kompass nun einen gläsernen Boden hat oder nicht ist für'n Pilz. Nordet Eure Karte ganz normal ein. Dann ermittelt Euer Ziel. Nun merkt Ihr Euch die Zahl, die auf euer Ziel weist. Nähere Ziele sind besser geeignet. Mit einem Auge auf dem Kompass findet Ihr nun Euren Weg. Wenn Ihr diesen nun noch markiert könnt Ihr einfach zum letzten Punkt gehen, an dem Euer Weg noch stimmte, Euch dann in Richtung Ziel weiter auf den Weg machen. So kommt man auch dann noch zurecht, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht oder durch die Wüste möchte.

Zum Thema Kompassabweichung (http://www.kowoma.de/gps/zusatzerklaerungen/Nordpol.htm) hilft dieser Link bestimmt weiter.

'Persönliche Werkzeuge