Orientierung als Gruppenleistung

aus dem schlauen Buch, dem Pfadfinder-Buch zum mitgestalten

Orientierung ist wie gesagt nicht nur der Umgang mit Karte und Kompass, es muß auch ein waches Auge auf die Umgebung geworfen werden, Zeiten und zurückgelegte Strecken abgeschätzt werden, evtl stark versteckte Wegmarkierungen entdeckt werden und so weiter. Das geht natürlich (wie immer) mit vier Augen besser als mit zwei, und noch besser mit noch mehr beteiligten Augen (und Gehirnen). Orientierung ist also eine Leistung der gesamten beteiligten Gruppe, und nicht nur eines einzelnen "Navigators". In der Realität ist es aber meistens so dass die Orientierung von einem einzelnen der sich (vermeintlich) gut auskennt übernommen wird und der Rest diesem blind folgt. Das sollte euch nicht passieren! Ganz einfach ist das nicht immer, aber wenn ihr folgendes beachtet steht ihr mit Sicherheit besser da:

  • Auch wenn man nicht mit der Orientierung "betraut" ist mit offenen Augen die Umgebung verfolgen und ein wenig mitdenken. Wenn man sich dann wundert ob auch alles in Ordnung ist einfach mal nachfragen ohne den "Navigator" gleich anzupflaumen oder bloßzustellen.
  • Wenn man derjenige ist der sich vermeintlich besser auskennt, oder gerade die Karte trägt, Nachfragen (auch wenn sie unangebracht erscheinen mögen) nicht einfach abblocken oder den anderen als dumm darstellen. Lieber noch mal zusammen auf der Karte nachschauen, und die eigenen Schlüsse erklären. Sollte man dann Recht behalten, nicht drauf rumhacken sondern klar machen dass es gut ist nachzufragen wenn man sich nicht sicher ist.
  • Vermeintlich schwächere in der Gruppe aktiv anlernen. Zum Beispiel könnte man auf einer längeren Fahrt jedem in der Gruppe für einen Tag die Orientierung übertragen. Alle in Entscheidungsprozesse und die Diskussion einbinden.

Wenn ihr das gut hinbekommt habt ihr in windeseile eine Gruppe in der jeder einzelne in der Orientierung so gut ist wie es sonst maximal ein einzelner sein würde!

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