Sicherheit und Feuer

aus dem schlauen Buch, dem Pfadfinder-Buch zum mitgestalten

Von einem Feuer geht eine nicht unbeträchtliche Gefährdung aus: zum einen erzeugt auch ein kleines Feuer selbst genügen Temperatur und Energie um schwere Verletzungen oder Zerstörungen anzurichten, zum anderen ist es natürlich perfekt geeignet um andere Materialen anzuzünden und so noch größere Brände zu erzeugen. Vor allem die zweite Gefahr ist nicht zu unterschätzen! In unserem Umfeld bei den Pfadfindern brennt fast alles (Schlafsäcke, Kleidung, Zelte...) und in machen Gegenden kann sogar der Fußboden brennen (Torf, Tannennadeln..). Daher:

  • Ein Feuer nie unbeaufsichtigt lassen.
  • Brennbares Material vom Feuer entfernen und entfernt lagern (Brennholz, Teppiche...).
  • Abstand zu Brennbarem halten (Wälder, Holzhäuser, Strohballen) und den Funkenflug beobachten. NIE ein Feuer auf Torf oder anderen Untergründen machen, die brandgefährdet sind. In der Eifel gibt es oberirdische Braunkohlevorkommen. Heide brennt auch ganz toll. Dann verwendet bitte Gaskocher oder dergleichen.
  • Kein Feuer in unübersichtlichen oder anderweitig gefährdeten Situationen, z.B. beim Zelt auf- oder abbau.
  • Feuer sorgfältig löschen.
  • Extreme vorsicht mit allem was (noch) besser brennt als Holz: Stroh, Papier, Reisig, Stoff, Benzin, Öl, Wachs usw.
  • Korrekter Umgang mit dem Feuer ist Aufgabe aller! Also nicht jüngere aus "Sicherheitsgründen" vom Feuer verscheuchen sondern ihnen den verantwortungsbewussten Umgang beibringen.
  • Löschmittel bereithalten. Wer eh mit dem Auto aufs Lager fährt kann sich auch gleich einen Feuerlöscher mitnehmen und ihn an passender Stelle (Küchenzelt) aufbewahren, ansonsten einen Eimer Wasser neben das Feuer stellen.
  • Kein Feuer in besonders Brandgefährdeten Gebieten.
  • Alles was für unser Lagerfeuer gilt, ist natürlich auch beim Rauchen, grillen usw anzuwenden.
  • Schlafsäcke (vor allem bei Feuer im Zelt ganz wichtig) mit einer Funkenhülle schützen. Diese kann man selbst nähen, z.B. aus Kohtenstoff, oder auch fertig kaufen. Nordisk bietet so etwas zum Beispiel an.
  • Wenn Euer Feuer sicher gelöscht ist, nehmt zwei trockene Äste. Legt sie in die (nun kalte und evtl. nasse) Asche und schaufelt dann erst die Feuergrube zu. So könnt Ihr später jederzeit beweisen, dass es nicht Euer Feuer gewesen ist das den (Wald-)Brand verursachte.
  • Lernt und übt Feuer machen. Ein Pfadfinder braucht weder Brandbeschleuniger wie Öl, Wachs oder Benzin etc. um ein Feuer zu entzünden. Eigentlich braucht man dafür nur einStreichholz. Manchmal muss es halt ein Sturmstreichholz sein. Wer mit einem Streichholz sein Feuer nicht zum brennen bringt übt besser häufiger, bis es klappt! Mehr braucht man nicht. Wirklich. Manche kommen sogar ohne dieses aus:)
  • Müll gehört in den Müllsack. Pfadfinder machen kein Müllfeuer! Deshalb kann man damit auch jederzeit kochen oder Kartoffeln auch direkt in die Glut legen. Das ginge nicht, wenn dort Plastik verbrannt worden wäre, denn dann wären da Giftstoffe drin.
  • Am Feuer trägt man nur Wolle oder Baumwolle (Juja, Pullover), keinesfalls Hightechjacken oder Fleece. Letztere fangen sehr leicht Feuer und brennen und schmelzen und führen zu sehr bösen Brandwunden.
  • Es arbeitet immer (!!!) nur eine(r) am Feuer!!! Und derjenige bestimmt, wie er/sie das Feuer haben möchte. Praktisch bedeutet das: Niemand anderes pustet rein, wirft etwas rein (doch nicht etwa Müll, oder???) oder hantiert sonstwie am Feuer. Einfach genießen hilft. Kokeln ist auch absolut Pfui, auch wenn es Spaß macht. Der Feuermeister kann sein Amt gern deligieren oder weitergeben, derjenige sollte aber auch Erfahrung mit Feuer haben. Dafür macht man dann Lernfeuer, an denen ausprobiert werden dürfen.


Mit diesen Regeln und ein wenig Aufmerksamkeit ist es leicht Unfälle und Verletzungen zu vermeiden, also lasst euch nicht den Spaß verderben sondern passt einfach nur ein wenig auf!

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